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Gotland - Allgemeines
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Fläche: 3.140 km²
Einwohner: 57.488
Einwohner pro km²: 18,4

Gotland ist die eine schwedische Insel und historische Provinz. Sie ist zweitgrößte Insel der Ostsee (nach Seeland (Dänemark) und vor Saaremaa (Estland) und liegt nordöstlich von Öland. Ihren Namen hat sie vom Germanenstamm der Goten, die die Insel laut der Gutasaga um die Zeitenwende zumindest teilweise verließen, um auf dem Kontinent, später als Ost- und Westgoten, große Reiche im mediterranen Raum zu errichten.

Gotland besteht zu weiten Teilen aus einem Kalksteinplateau. Hauptort der Insel ist Visby, die frühere Hansestadt Wisby. Entsprechend seiner Ressourcen ist Gotland von der Stein- und Zementindustrie, vom Mergel- und Tonabbau und vom Fischfang geprägt worden. Die Kalkbrennerei (Kalköfen von Bärlast und Kyllaj) trugen zur Entwaldung der Insel bei. 1730 wurde die Zahl der Öfen von 36 auf 18 halbiert, und heute ist die Zementherstellung auf den Ort Slite konzentriert, wo Schwedens größtes Werk steht. In Bläse befindet sich ein Kalkwerksmuseum.

Gotland ist eine Insel, eigentlich eine Gruppe von Inseln (u. a. mit Fårö, Lilla und Stora Karlsö und Östergarn), die nach der Eiszeit aufgrund der Landhebung und unterschiedlicher Meeresstände der heutigen Ostsee in mehreren Etappen aus der Ancylus-See emporwuchs. Die Insel wurde von Jägern und Sammlern besiedelt, die erst etwa um 2.000 v. Chr. von Ackerbauern verdrängt wurden. Wenig später gelangt bereits die erste Bronze auf die Insel, die wie der übrige Norden um 500 v. Chr. eisenzeitlich wird. Aus der Vorzeit haben sich Überreste als gotländische Bodendenkmale erhalten. Schiffssetzungen und Bildsteine sind Elemente, deren Ursprung offenbar auf Gotland lag. Radgräber, Runensteine, Menhire und Steinkisten sind recht zahlreich. Steinhaufengräber, die auf schwedisch Rojr (dt. Röser) heißen, vervollständigen die Reliktkomponente der Vorzeit.

Zu Beginn der Historie (Mitte des 11. Jahrhunderts) gehört die Insel noch zum Reich der heidnischen mittelschwedischen Svear, unter deren Schutz sie sich stellt. Der Sage nach soll der Norwegerkönig Olav der Heilige die Insel 1029 n. Chr. christianisiert haben. Gotland war bereits zur Zeit der Wikinger, im Mittelalter und im Spätmittelalter ein wichtiger Platz für den Ostseehandel. Später hatte die Hanse maßgeblichen Anteil daran. Lange bevor Lübeck und andere Städte an der Ostsee gegründet wurden, waren die Inselhäfen Paviken und Fröjel, später dann Visby Drehpunkt des Warenverkehrs zwischen Avaldsnes auf Karmøy und Kaupang in Norwegen, Birka und Sigtuna in Schweden, Dorestad in den Niederlanden, Haithabu, Ribe und Tissø (evtl. auch schon Gudme) im damaligen Dänemark, Quentovic in Frankreich, Jomsburg (Vineta), Ralswiek, Reric, Truso und Wiskiauten an der südlichen Ostseeküste, Nowgorod in Russland und Seeburg im Baltikum. Bäuerliche Händler brachten begehrte Güter über das Meer. In ihrem Gefolge, wohl als Gäste oder als Partner, kamen im 12. Jahrhundert immer mehr Kaufleute aus den neu gegründeten Städten an der Ostsee und aus dem Rheinland und Westfalen auf die Insel. Schnell übernahmen sie mit eigenen Schiffen den Großteil des Handelsvolumens. Die deutschen Händler, zum größten Teil ansässig in Visby, wo sie großen Einfluss auf die Stadtentwicklung mit dem Bau prachtvoller Höfe, Häuser und Kirchen hatten, wurden alsbald zur ernsthaften Konkurrenz für die ländliche Bevölkerung; Spannungen waren daher unausweichlich. Dieser Gegensatz zwischen Kaufleuten und Landbevölkerung mündete 1288 in einem militärischen Konflikt.

Besonders sehenswert sind viele gotländische Landkirchen, die überwiegend aus dem Mittelalter stammen. Es gibt fast hundert, die zumeist gut erhalten sind. Die ältesten sind die Kirchen in Atlingbo, Fardhem und Stenkyrka (Steinkirche). Von den vor 1150 n. Chr. genutzten Holzkirchen ist eine Rekonstruktion der Kirche von Hemse im Staatl. Museum von Stockholm zu sehen. Die gotländischen Steinkirchen überraschen durch ihre Vielzahl von Holzkreuzen von hoher künstlerischer Qualität.

Heute ist Gotland ein beliebtes Ferienziel, speziell für die Schweden; denn das Klima der Ostseeinsel ist mild. Bei Fahrradtouristen und Jugendlichen ist die Insel besonders beliebt. Zu den Sehenswürdigkeiten, die auf der Nordinsel Fårö (kostenlose Fähre über den Sund) häufiger sind, gehören die Rauksteine (schwed. raukar), merkwürdig bis phantastisch geformte, bis über 10 m hohe Kalksteinsäulen an den Klappersteinfelder genannten Steinstränden von Digerhuvud und Langhammars aber auch in den Wäldern bei Lickershamn.

Der Hauptanziehungspunkt der Insel ist ohne Zweifel die mittelalterliche Stadt Visby. Eines der größten Mittelalterfestivals des Nordens findet hier alljährlich in der 32. Kalenderwoche statt. Medeltidsveckan (Mittelalterwoche) lockt Jahr für Jahr über 100.000 Besucher aus der ganzen Welt nach Gotland. Visby verwandelt sich dann für eine Woche in eine lebendige Hansestadt aus dem Jahre 1361 mit Kostümen, Musik, Theater, Markt und Gauklerei.

Am zweiten Wochenende im Juni findet in Stånga die Olympiade von Gotland (Gutarnas olymp) statt, eine mit den Highland-Games vergleichbare Veranstaltung.

Auf der Insel befindet sich auch die Villa Kunterbunt aus Astrid Lindgrens Pippi-Langstrumpf-Büchern.

Seit 1995 finden jährlich in Rone die "offiziellen" Kubb - Weltmeisterschaften statt. Dabei kamen im Jahr 2002 insgesamt 192 Teams mit jeweils 6 Mitgliedern zusammen, um den Titel zu erringen. Das Alter der Teilnehmer lag dabei zwischen 8 und 85 Jahren.

Die größte Enduroveranstaltung der Welt, das Gotland Grand National, findet am 1. Novemberwochenende jeden Jahres mit über 2200 Teilnehmern in Tofta, 15 km südlich Visby, statt.

Gotland ist auch bekannt für seine sehr artenreiche Naturlandschaft. Besonders die Vogelwelt und die Vielfalt an Orchideen sind hervorzuheben. Zahlreiche Reservate auf der gesamten Insel wurden zum Schutz der Natur eingerichtet, eines davon auf der Torsburg, zwei andere auf den Inseln Lilla und Stora Karlsö (kleine und große Karlsinsel). Das Gotlandschaf, eine kleine robuste Hausschafrasse, ist die älteste schwedische Rasse.

Landschaftssymbole
Pflanze: Murgröna/Efeu
Tier: Igelkott/Igel
Vogel: Halsbandsflugsnappare/Halsbandschnäpper
Insekt: Riddarskinnbagge/Ritterwanze
Pilz: Rödbrun jordstjärna/Kleiner Nesterdstern
Fisch: Piggvar/Steinbutt
Moos: Kalkkammossa/Kammoos


Kommentare:


Assi:
Gotland und Faro sind die schönsten Inseln der Welt!
(26.08.2010, 11:39 Uhr)


Margaretha u. Walter R:
Hallo Ingrid und Hans-Jürgen!
Heute ist Samstag den 26. Juni 2010 und wir haben Deine Seite hier im Internet gefunden. Eigentlich wollten wir Eure Telefonnummer suchen, aber habe keine Mobilnummer gefunden, denn wir wollten Euch sagen, dass Morgen eine Auktion auf Insel Fårö stattfindet. In der Nähe von der Kirche. Vielleicht gucken wir hin.
Hoffentlich habt Ihr schöne Midsommertage und geniesst in Eurem Garten. Viele Grüsse Margaretha und Walter in Gammelgarn.
(26.06.2010, 15:15 Uhr)


Hans-Jürgen Maaß:
Wer sich nicht nur auf Festlandschweden als Urlaubsgebiet konzentrieren, sondern eine ganz andere Landschaft in Schweden kennenlernen möchte, der sollte die Insel Gotland besuchen. Auch wenn zur Urlaubsanreise noch eine wunderschöne Fährfahrt mit einer Schnellfähre von Oskarshamn nach Visby preislich hinzu kommt, so wird jedem Besucher schon bei der Ankunft im Hafen der ehemaligen Hansestadt Visby klar, dass dieses eine gute Investition war.

Nicht nur Visby, sondern die gesamte Insel Gotland mit ihren 95 Kirchen, zahlreichen Sehenswürdigkeiten aus der Stein, - Eisen- und Bronzezeit geben einem täglich eine neues Betätigungsfeld. Die Strände laden zum Baden eine, andere wiederum eignen sich zum Suchen von Versteinerungen aus der Silurzeit. Wer die Natur liebt, kann wandern oder Radfahren und sich an dem Blütenmeer von Orchideen (über 30 Arten) und zahllosen Pflanzen der Kalkflora erfreuen. Eine ausgeprägte Vogelwelt mit Stein-, See und Fischadler sowie zahlreichen anderen sehr seltenen Vogelarten komplettieren die Fauna.
Ein Besuch der Mittelalterstadt Visby mit seinen autofreien engen Gassen, dem Botanischen Garten,der 3,5 km langen Stadtmauer, der Kirchenruinen sollte unbedingt vorgenommen werden. Die nördlich gelegenen Insel Forö (kostenfreie Fährüberfahrt) sollte auf jeden Fall wegen der dort vorkommenden Raukar (Kalksteingebilde)besucht. Hier ist der bekannte Ingmar Bergman (Friedhof Forökirche) begraben.
Wer auf Gotland die sehr bekannte Hochschule besuchen möchte, kann sich unter hgo.se informieren.

Ferienhäuser kann man unter gotlandsresor.se oder Gotland-Ferienhaus.de suchen.
Broschüren usw. unter gotland.se, gotland.com

Fährpreise von Oskarshamn - Visby sind auto- und personenbezogen.
Bitte den Fährplan mit den entsprechenden Preisen bei der Destination Gotland (www.destinationgotland.se) anfordern.
(20.04.2008, 07:17 Uhr)


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Letzte Aktualisierung: Samstag, 17. April 2010 

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