Besucherguide Schweden - Glücksspielgesetz in Schweden

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Neues Glücksspielgesetz in Schweden

Glücksspiele und Casinos unterlagen bis 2018 der staatlichen Regierung in Schweden. Mit Beginn des Jahres hat das Land jedoch damit begonnen, die einstige Monopolstellung im Glücksspielbereich aufzubrechen. Nun werden Lizenzen an ausländische Anbieter von Online Casinos vergeben.

Stockholm

Quelle: Pixabay

Die Schaffung einer eigenen Behörde war der Anfang für die Umstrukturierung des Glücksspielmarktes. Die schwedische Spielinspektion übernahm die Aufgabe der Lizenzvergabe und teilt den bestehenden Markt in drei Sektoren ein: Wettbewerb-, Regierung- und Non-Profit-Sektor. Dabei fallen alle Anbieter von Online Casinos in den Bereich des Wettbewerbssektors. Wer sein Angebot onlinebasierter Casinos in Schweden zugänglich machen möchte, muss sich eine gültige Lizenz anschaffen.

Dabei spielt der Punkt der Bonusvergabe eine ausschlaggebende Rolle. Denn es gilt nicht nur eine gültige Genehmigung zu erhalten, sondern auch bestimmte Vorgaben einzuhalten. So hat Schweden die Regulierung der Bonusausschüsse im Fokus. Diese dürfen nur noch zur Akquise von Neukunden eingesetzt werden. Eine Verwendung innerhalb des Spieles, um neue Anreize zum Weiterspielen zu schaffen, ist verboten.

Das wachsende Interesse am Glücksspiel hat die schwedische Regierung, ähnlich wie in anderen Ländern, dazu veranlasst, die Vergabe von Lizenzen einzuführen. So soll sichergestellt werden, dass der Schwarzmarkt eingedämmt wird. Um das Vorhaben voranzutreiben, werden auch Spieler in die Pflicht genommen. Besucht ein Spieler eine Seite ohne Lizenz, wird er durch Hinweistafeln darauf aufmerksam gemacht. Online Casinos, die reines Entertainment anbieten und keine Geldgewinne in Aussicht stellen, unterliegen diesen neuen Regularien nicht. Dennoch gibt es auch hier Sicherheitseinrichtungen wie Verschlüsselungstechnologien und durch lizenzierte Firmen abgewickelte Kreditkartentransaktionen, um ein qualitativ hochwertiges Spielvergnügen zu gewährleisten. 

Mehr Transparenz schaffen

Hintergrund der aktuellen Gesetzesänderung ist die Schaffung von mehr Transparenz und Übersicht. Der schwedischen Regierung geht es nicht darum, das Glücksspiel zu limitieren oder zu begrenzen. Lediglich soll der Geldfluss auf legaler Ebene erfolgen und beide Seiten vor unangenehmen Erfahrungen bewahren. Deutschland fordert nach dem Vorbild Schwedens ebenfalls eine eigene Behörde für das Glücksspiel.

Spielbank

Quelle: Pixabay

Die über 80 lizenzierten Anbieter, die bisher von der schwedischen Regierung genehmigt wurden, bieten ihren Spielern reale Gewinnausschüttungen an. Jener Punkt war der Ansatz, an dem die EU Schweden bereits 2007 warnte.

Bis dato hatte Schweden den Monoplostatus der Regierung im Bereich des Glückspieles. Das Geld kam aus den Kassen der Regierung und floss im Umkehrschluss auch dorthin wieder zurück. Jeder Einsatz und jedes Spiel füllte somit die Kassen des Landes. Die Europäische Union ging 2014 einen Schritt weiter. Nachdem die Warnung sieben Jahre zuvor ungehört blieb, wurde Schweden verklagt und musste sich nun mit den neuen Vorschriften beschäftigen. Es dauerte weitere fünf Jahre, bis eine Entscheidung und ein umsetzungsfähiges Konstrukt dargelegt wurde.

  Der nun offene Markt lockt natürlich auch ausländische Firmen an und bereichert den Markt umso mehr. Das Gute an der neuen Regulierung ist, dass die Vielfalt und Wirtschaftlichkeit gestärkt wird. Eine Begrenzung der Lizenzen liegt nicht vor. Für Betreiber ist der offene Markt nicht eingeschränkt und die Chance auf eine lizenzierte Betreibung gesichert. Voraussetzung ist lediglich ein vollständiger Antrag.

Internationale Nachfrage

Für Seitenbetreiber aus dem Ausland war die neue Gesetzgebung ein Glücksfall, der eine kostengünstige Expansion mit sich bringt. Zwei Faktoren begünstigten die Idee, sein eigenes Geschäft in das skandinavische Land auszuweiten: Der sehr günstige Steuersatz von 18 % auf die Lizenzgebühren ist einer der niedrigsten Sätze in Europa. Lediglich Großbritannien liegt aktuell noch unter diesem Wert, der sich in den kommenden Monaten jedoch nach oben setzt.

Ein weiterer Aspekt ist die Freiheit der Büroräume. Betreiber von virtuellen Spielcasinos sind nicht verpflichtet, eine offizielle Adresse oder Räumlichkeit im Land selbst anzumieten oder zu beziehen. Die reine Betreiberlizenz für das Land reicht aus, um seinen Usern die Möglichkeit am Spiel zu geben. Diese zwei Gesetzespunkt sorgten für großen Andrang, als die Vergabe begann. Für den Betreiber eine gute Chance, kostengünstig neue Kunden und Reichweite zu generieren. Die behördlichen Mitarbeiter erwartet eine neue Herausforderung, das Gesetz auch im vollen Umfang und Bedingungen umzusetzen.

Die schwedische Regierung hat ein spannendes Jahr vor sich. Bisher fuhr das Land keine Kritik mit seiner neuen Vorgabe ein. Auch die EU fand keinen Ansatz, um die neuen Gesetze zu beanstanden. Ein Anfang, der für alle Seiten ein positives Ergebnis vermuten lässt. Wie sich das Gesetz in Zukunft als tauglich erweist, muss abgewartet werden. Ob der deutsche Markt ähnliche Regularien in Betracht zieht, ist nicht bekannt. Eine Ausgeglichenheit zwischen Spielern, Betreibern und Regierung schafft prinzipiell mehr Vertrauen und mindert die Nutzung von Schlupflöchern und Grauzonen schon von Natur aus.


Impressum und rechtliche Hinweise
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