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Besucherguide Schweden

Thema: Was ist typisch für Schweden?

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Warum werden eigentlich jedem Land typische Eigenheiten zugrunde gelegt?
Dafür kann es mehrere Gründe geben; z.B.: Kognitive Vereinfachung und Kategorisierung, Reduktion von Komplexität, soziale Identität und Gruppenzugehörigkeit, kulturelle Prägung, historische und geografische Faktoren aber auch Tourismus und interkulturelle Begegnungen.
Auf dieser Seite möchte ich anhand einzelner Stichwörter erläutern, ob oder warum etwas typisch schwedisch ist. Ich betone ausdrücklich, dass das keine wissenschaftliche Abhandlung ist, sondern auf meine eigene Erfahrung, Einschätzung oder Meinung basiert.

Ikea Logo

Ikea Logo

Ikea

Wenn du 100 Menschen aufforderst, sie sollen dir drei Dinge nennen, die typisch schwedisch sind, wirst du mit Sicherheit 99 mal das Wort Ikea hören. Warum ist das so?
Ab 1974 begann Ikea, Filialen in Deutschland zu eröffnen. Das schwedische Design der Möbel sowie das Prinzip der Mitnahme im eigenen PKW in kompakten, transportfreundlichen Paketen und der anschließende Selbstaufbau zu Hause sprach sich in Deutschland schnell herum.
Der IKEA-Slogan "Das unmögliche Möbelhaus aus Schweden" brannte sich in den Köpfen sehr schnell ein und auch das Interieur der Filialen und das Angebot in den Restaurants versetzt einen immer wieder nach Schweden.
Ikea ist aber gar nicht mehr so typisch Schweden, wie du denkst. Aber das werde ich in einem späteren Beitrag erörtern.

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Elch

Elch

Ist der Elch wirklich typisch schwedisch? Ich sage Nein!
Es gibt Elche in Kanada, im Norden der USA, in Russland, in den Baltischen Staaten, in Polen und sorgar in Mecklenburg-Vorpommern wurden schon Elch gesichtet. Auch wenn Schweden eine relativ hohe Elchpopulation pro Quadratkilometer im Vergleich zu einigen anderen Ländern aufweist, macht dies den Elch nicht zu einem "Alleinkonzept" oder einem exklusiven Merkmal Schwedens.
Aber mal ehrlich: Was wäre Schweden ohne Elche?
Ich wäre enttäuscht, wenn ich in meinem Schwedenurlaub keinen Elch in der freien Natur sehen würde. Ich betrachten jede Beobachtung als ein besonderes Geschenk der Natur. Traurig würde es mich machen, in den zahlreichen Souvenirgeschäften kein Mitbringsel ohne das ikonische Elchmotiv zu finden. Schweden ohne Elch wäre immer noch Schweden, ein wunderschönes Land mit seiner einzigartigen Kultur, atemberaubender Natur, innovativen Design und freundlichen Menschen. Aber es würde definitiv etwas Wesentliches fehlen.

Übrigens gilt die Begeisterung für den Elch in Schweden selbst als “typisch deutsch” bzw. “typisch ausländisch”. In Elchparks, die vor allem bei Deutschen beliebt sind, wirst du nur sehr selten einen schwedischen Einwohner antreffen.

Midsommarstång

Bild Midsommarstång
von M W auf Pixabay

Midsommar

Sommersonnenwendfeiern finden zwar auch in anderen nordischen und baltischen Ländern statt, aber Midsommar in Schweden hat seine ganz eigenen, ausgeprägte Traditionen und eine besondere kulturelle Bedeutung. Deshalb muss man Midsommar unbedingt als typisch schwedisch einordnen.
Mittsommer gilt in Schweden nach Weihnachten als das zweitwichtigste Fest des Jahres. Es ist tief in der schwedischen Kultur verwurzelt und wird im ganzen Land mit großer Begeisterung gefeiert.
Viele der Traditionen sind spezifisch für Schweden, wie das Aufstellen und Tanzen um den Mittsommerbaum (Midsommarstång), das Binden und Tragen von Blumenkränzen, das Singen traditioneller Lieder (wie "Små grodorna" - die kleinen Frösche) und das Genießen traditioneller Speisen wie eingelegter Hering, neue Kartoffeln, Räucherlachs und Erdbeeren mit Sahne.
In Schweden wird Mittsommer immer an dem Samstag zwischen dem 20. und 26. Juni gefeiert. Die Feierlichkeiten beginnen oft schon am Mittsommerabend (Midsommarafton), dem Freitag vor dem eigentlichen Mittsommertag. Midsommar ist ein Fest, das oft mit Familie, Freunden und Nachbarn im Freien gefeiert wird, idealerweise auf dem Land oder in der Nähe von Seen.

Fleischbällchen mit Kartoffelpüree und Preiselbeermarmelade

Av Gunnar Creutz - Eget arbete,
CC BY-SA 4.0
, Länk

Köttbullar

Sind Köttbullar wirklich typisch schwedisch?
Schließlich gibt es Fleischbällchen fast überall auf der Welt. Nur haben sie dort andere Namen wie z.B.: Meatballs, Kjøttkaker, Lihapullat, Gehaktbal, Albóndigas, Bifteki, Köfte, Tefteli... Logisch ist, das sich die Zubereitung von Land zu Land ändert. Aber auch die schwedischen Fleischbällchen haben von Region zu Region oft unterschiedliche Rezepturen.

Der Begriff Köttbullar ist aber vielen Menschen auf der ganzen Welt bekannt und wird fast immer mit Schweden assoziiert. Zu verdanken ist dieser Umstand Ikea. Im Jahr 2019 verkaufte der Möbelgigant in seinen Restaurants weltweit eine Milliarde Köttbullar.

Die erste bekannte Verwendung des Wortes „Köttbullar“ erfolgt im Jahr 1755 in einem Kochbuch von Cajsa Warg. Schon lange gelten Fleischbällchen in Schweden als Hausmannskost. Im Matrapporten, einer jährlichen Zusammenstellung der Essgewohnheiten der Schweden, standen Fleischbällchen mit Beilagen um das Jahr 2020 herum konstant auf der Top-10-Liste der beliebtesten Alltagsgerichte der Schweden. Hier werden Köttbullar häufig mit Kartoffeln, Sahnesoße, eingelegten Gurken und Preiselbeeren serviert. Fleischbällchen (ohne Soße) sind auch eines der Hauptgerichte auf dem schwedischen Julbord (Weihnachts-Büfett).

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Bildquelle: Amazon

Lagom

Lagom ist eines meiner schwedischen Lieblingswörter. Es ist sehr schwierig zu übersetzen. Im Wesentlichen drückt "lagom" jedoch ein Gefühl von Angemessenheit, Ausgewogenheit, Mäßigung und Genau-richtig-sein aus. Genau dieses ist ein zentraler Bestandteil der schwedischen Kultur und Lebensphilosophie.
Diese Philosophie liebe ich und treffe sie in Schweden immer wieder an.
Aber ob das typisch schwedisch ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Mit Sicherheit haben nicht alle Schweden die gleiche Lebenseinstellung.

Buchtipp: Lagom: Glücklich leben in Balance Transparenzhinweis

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© Doris Beling/imagebank.sweden.se

rotes Schwedenhaus

Die roten Schwedenhäuser! Sie sind wohl eines der ikonischsten Bilder, die einem in den Sinn kommen, wenn man an Schweden denkt. Diese charmanten Holzhäuser mit ihrer charakteristischen roten Farbe sind ein fester Bestandteil der schwedischen Landschaft und Kultur.

Die charakteristische rote Farbe hat eine interessante Geschichte. Die Farbe stammt ursprünglich von den Kupferminen in Falun, in Dalarna. Dort wurde ein Nebenprodukt der Kupfergewinnung namens "Falu-Rot-Erde" (schwedisch: Falu rödfärg) gewonnen. Dieses Pigment erwies sich als hervorragender Holzschutz. Es enthielt Eisenoxide, die das Holz vor Witterungseinflüssen, Pilzen und Insekten schützten. Da das Pigment ein Nebenprodukt war, war es relativ kostengünstig und wurde bald in ganz Schweden zum Anstreichen von Holzhäusern verwendet, insbesondere von Bauernhäusern und Hütten. Im Laufe der Zeit wurde das "Faluröd" zu einem Symbol für traditionelle schwedische Architektur und ländliche Idylle.

Fika

© Tina Stafrén/imagebank.sweden.se

Fika

Du musst nicht erröten, wenn du in Schweden gefragt wirst: "Vill du fika?" Und eine Ohrfeige hat der Fragesteller auch nicht verdient. Dein Gegenüber hat dich nämlich lediglich zu einer Tasse Kaffee eingeladen.
Aber die schwedische Fika ist viel mehr als nur eine Kaffeepause. Im Kern geht es um eine Pause vom Alltag, die man idealerweise mit Kaffee (oder einem anderen Getränk) und etwas Süßem (oder manchmal auch Herzhaftem) in guter Gesellschaft verbringt.

Genau wie die britische Teatime typisch englisch ist, ist die Fika ein tief verwurzeltes Ritual in der schwedischen Kultur. Es wird oft mehrmals täglich praktiziert und ist ein fester Bestandteil des Tagesablaufs vieler Schweden.

Außerdem

Folgende Dinge sind ebenfalls typisch schwedisch. Oder auch nicht?
Dalarna Pferdchen, Zimtschnecke, Snus, Surströmming.
Aber darauf werde ich erst in Kürze näher drauf eingehen.

Fazit

Ein blaugelber Traum, der Ikea lockt,
Wo mancher Elch aus Plüsch im Regal hockt.
Die Sonne lacht hell, Midsommar naht,
Ein Blütenkranz ins blonde Haar gerät.


Auf festlich gedecktem Tisch, so ist der Brauch,
Duftende Köttbullar, ein herzhafter Hauch.
Man lebt nach Lagom, nicht zu viel, nicht zu wenig,
Das Glück im Moment, so sanft und so innig.


Zur gemütlichen Fika, die Zeit steht still,
Mit duftender Zimtschnecke, wer mag wohl nicht will?
Ein Päckchen Snus diskret unterm Lippenrand,
Während die Seele reist ins Märchenland.


Doch in der Ferne, ein Duft so apart,
Erregt die Gemüter, scheidet die Art.
Der Surströmming, des Nordens bizarre Kost,
Ein olfaktorisches Abenteuer, wer wagt und nicht rost'?


So reihen sich Bilder, skurril und doch fein,
Was mag wohl typisch schwedisch im Grunde nur sein?
Von Möbelhausriesen bis zur fermentierten Pracht,
Ein Land der Kontraste, in heller Sommernacht.

Quelle des Gedichts: "Ein KI-Sprachmodell"

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Letzte Aktualisierung: 08.04.2025